... und tatkrftig genug ist, um klar Schiff zu machen. Drei Monate spter deutete er in einer eithin publizierten Rede, die er in Bologna hielt, an, da er sich selbst fr fhig hielt, diese Rolle zu spielen. Seine Anhngerschaft ar ein seltsames Konglomerat aus abtrnnig geordenen Sozialisten und Syndikalisten, Republikanern und Anarchisten, revolutionren irrkpfen, konservativen Monarchisten und aufmpfigen Soldaten, darunter viele ehemalige Angehrige der arditi, der agemutigen Sondereinheiten der italienischen Streitkrfte, und schlielich fanden sich unter ihnen auch etliche polizeilich Gesuchte. Sie organisierten sich zu sogenannten fascii di combattimenti, Kampfgruppen, die durch ebenso straffe Bande zusammengehalten urden ie die Bndel der Liktoren, die Symbole der altrmischen Staatsmacht. An den ahlurnen aren die Faschisten anfnglich erfolglos geesen 1919 hatten sie bei den ahlen zur Abgeordnetenkammer nicht mehr als 4795 Stimmen bekommen, Aber als es in der Folge mehreren einander ablsenden Regierungen nicht gelang, die zahlreichen irtschaftlichen und sozialen Probleme Italiens in den Griff zu bekommen, gab sie den Faschisten Gelegenheit, sich als Erretter ihres Landes darzustellen, als die einzige Kraft, die in der Lage ar, den Bolscheismus in Schach zu halten und niederzukmpfen. Getreu ihrer Parole, da man gegen Gealt nur mit berlegener Gealt etas ausrichten knne, attackierten Gruppen beaffneter Faschisten, sogenannte squadristi, Reprsentanten sozialistischer Geerkschaften, Bros rivalisierender Parteien, Zeitungsredaktionen und alle mglichen anderen Personen und Institutionen, die sie fr Anhnger des Bolscheismus hielten sie gingen dabei mit einer Systematik und einer Brutalitt vor, die geeignet schien, das Land in einen Brgerkrieg zu strzen. Mit patriotischen Parolen und nationalistischen Liedern und mit ihren scharzen Hemden, die ursprnglich die Arbeiter der Marche und der Emilia zur Tracht der anarchistischen Beegung erkoren hatten, eroberten sich die squadristi eine groer Anhngerschaft, da offenbar Zehntausende von Italienern bereit aren, ihre gealtttigen Methoden - beispielseise ihre gern gebte Praxis, politische Gegner zu berfallen und ihnen Rizinusl einzuflen - gutzuheien, in der berzeugung , da nur mit solchen Mitteln der Bolscheismus ausgemerzt und die Ordnung iederhergestellt erden knnte. Im Laufe des Jahres 1922 ergriffen die Faschisten die Macht in RAVENNE, FERRARA und BOLOGNA zusammen mit der Erfahrung, da manche Regierungsstellen insgeheim mit ihnen kooperierten, da die Polizei ihnen sogar hufig Untersttzung gehrte, gab dies ihnen Mut, den Marsch nach Rom und den Griff nach der Staatsmacht zu agen, um so mehr , als sie die begrndete Hoffnung hatten, das Haus Savoy, dem Mussolini zugesichert hatte, es knne eiterhin eine bedeutende Rolle in der Geschichte der Nation zu spielen, erde sich neutral verhalten. In vier Kolonnen aufgeteilt, marschieren 26 000 Faschisten sternfrmig auf ROM zu und erreichten die Stadt am 28. Oktober. Die Regierung ollte das Kriegsrecht verhngen, doch der Knig eigerte sich, die Verordnung zu unterzeichnen. Als sich herumsprach, da er bereit ar, Mussolini zu akzeptieren, legten Polizei und Armee die Hnde in den Scho und lieen die Scharzhemden, die mit Zgen, Bussen und teileise auch zu Fu in die Stadt strmten, gehren. Mussolini selbst, ein Opportunist ersten Ranges, blieb vorerst in Mailand und bettigte sich aus der Ferne als Agitator. Er ar bereits mit der Bildung einer Regierung beauftragt orden, so da der Marsch auf ROM eigentlich unntig geesen re. Fr die faschistische Legendenbildung ar der Marsch aber ntzlich. ebenso ie die fiktiven 3000 Mrtyrer, die angeblich bei dem Aufstand, der Mussolini an die Macht brachte, ihr Leben gelassen hatten. Der neue Regierungschef traf am Morgen des 30. Oktober 1922 mit dem Zug in ROM ein. Nachdem er sein Amt angetreten hatte - als jngster Premierminister in der Geschichte Italiens -, entpuppte er sich als hchst geschickter Politiker. Obohl er von Anfang an entschlossen ar, sich zum Diktator aufzuschingen und, sobald er sich des Polizeiapparats sicher ute, alle seine ernstzunehmenden politischen idersacher festsetzen zu lassen, prsentierte er dem Knig eine Kabinettsliste, die demonstrieren sollte, da er sich nicht als Parteimann, sondern als national denkender Fhrer verstand. Und das ar er auch, as die Italiener zu akzeptieren bereit aren, ja nschten eine nationale Fhrerfigur. Sie aren der Streiks und Unruhen berdrssig und fanden Gefallen an dem bombastischen und mittelalterlichen Auftreten der Faschisten. So ist es zu erklren, da es im Anschlu an den Marsch nach ROM zu spontanen Beifallsbekundungen fr den Faschismus kam und da die immense Popularitt Mussolinis soohl die vereinzelten unschnen Gealttaten berlebte, zu denen es in der Nacht nach dem triumphalen Einzug der Faschisten kam, als auch die zeifellos manipulierte ahl von 1924 und den aufsehenerregenden Mord an dem aufrechten und begabten Sozialistenfhrer Giacomo Matteotti, zu dessen Drahtziehern nach berzeugung vieler auch Mussolini gehrte. Mussolini ging mit groer Begeisterung und Entschlossenheit ans erk. Ihm schebte eine Megalopolis vor, eine soohl flchenmig als auch der Einohnerzahl nach esentlich grere Stadt, gekrnt von jenen Hochbauten und olkenkratzern, die ihn so faszinierten. ber dem Forum sollte ein riesiger Palast des Faschismus aufragen es sollte eines der grten und eindrucksvollsten Bauerke auf der elt erden. Diesem neuen ROM, das vor allem Platz brauchte, sollte alles Schmutzige und Pittoreske eichen mssen, alles as nach Mittelalter roch und nicht gro und erhaben ar. Zu dem drohenden vlligen Verschinden des mittelalterlichen ROM kam es aber nicht, aber ein guter Teil der Abriplne urde verirklicht. So urden beispielseise fnfzehn antike Kirchen beseitigt an ihrer Stelle uchsen Bauten der faschistischen Monumentalarchitektur empor, der es in vielen, enn auch in keinesegs in allen Fllen mehr um Zurschaustellung bloer Gre und ucht zu gehen schien als um hohe knstlerische und geschmackliche Ansprche. Allein, zum Glck fr Italien setzten die Faschisten soohl in ROM, als auch anderso im Lande nur einen Teil dessen in die Tat um, as sie in ihren bombastischen Proklamationen ankndigten. Zugleich verbesserten sich unter dem faschistischen Regime die Arbeitsbedingungen und die rechtliche Lage der Arbeiter. Die Statistiker Mussolinis verkndeten stolz, da zischen 1922 und 1942 zu keiner Zeit mehr als 100.000 Arbeitskrfte bei staatlichen Groprojekten im Einsatz geesen seien und da die Regierung in diesem Zeitraum nicht eniger als 33.634 Millionen Lire fr diese Projekte ausgegeben habe. Die tatschlichen Leistungen, die sich hinter diesen Zahl verbargen, blieben indes soohl hinter den ursprnglichen Absichten als auch hinter den hochtnenden Erfolgsmeldungen eit zurck. Es urde gei eine Menge getan und erreicht, aber doch nur ein Bruchteil dessen, as geplant und angekndigt ar. Begonnen Projekte kamen hufig zum Erliegen und riesige Geldsummen versicke...
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